Jeder Sportler hat das Ziel, in seiner Sportart schnell Erfolge zu erzielen und sich spürbar zu verbessern. Das geht aber oftmals nicht auf direktem Weg, sondern über Nebenstraßen. Ein solcher "Umweg" sind Stabilisationsübungen. Sie bringen meist nicht direkt etwas, also beispielsweise schnellere Zeiten beim Laufen, unterstützen aber trotzdem deine Leistungsfähigkeit in der jeweiligen Sportart. Denn Stabilisationsübungen stärken deinen Körper insgesamt. Vor allem dein Körperzentrum, die Rumpfmuskulatur, festigt sich durch Stabilisationsübungen und verleiht dir dadurch mehr Stabilität - was sich wiederum auf sämtliche Bewegungsabläufe im Alltag und beim Sport positiv auswirkt. Wie genau, das schauen wir uns gleich im Detail an... und starten am besten direkt mit den ersten Stabilisationsübungen für deine Trainingsroutine.
Beginnen wir mit einer genauen Begriffserläuterung zum Terminus "Stabilisationsübungen". Oft werden diese Übungen auch als Körperspannungsübungen, Stabiübungen oder Stabilisierungsübungen bezeichnet. Alle vier Begriffe bezeichnen Übungen, deren primäres Ziel es ist, deine Körperspannung zu verbessern. Aber was ist nun genau mit Körperspannung gemeint? Dazu müssen wir ein wenig ausholen. Sowohl beim Sport als auch im Alltag wird dein Körper vor allem durch deine Rumpfmuskulatur aufrecht gehalten. Dabei leisten diese Muskeln und Muskelgruppen einiges - und das oftmals unbemerkt. Sie gleichen zum Beispiel Schieflagen aus, die durch verschiedene Bewegungsabläufe auf drei Ebenen entstehen können:
Je intensiver du deine Körperspannung durch Stabilisationsübungen trainierst, desto besser kannst du dein Gleichgewicht bei Dysbalancen auf diesen drei Ebenen wieder ausgleichen. Wenn du beispielsweise in einer Hand eine schwere Tasche hältst oder auf unebenem Untergrund läufst, sorgt deine Rumpfmuskulatur sofort für den passenden Ausgleich. Warum das extrem wichtig ist, verraten wir dir jetzt.

Eine aktive Körperspannung und eine gute Stabilität brauchst du von morgens bis abends. Im Alltag und beim Sport wird dein Körper durch zahlreiche Bewegungsabläufe aus der Balance gebracht, oftmals realisierst du das gar nicht. Oder hast du dir beim Ausräumen deines Einkaufs auf das Kassenband schon einmal über deine Innen- oder Außenrotation Gedanken gemacht? Sicher nicht, denn diese Bewegungen laufen automatisch ab und genauso automatisch sorgt dein Rumpf für den nötigen Ausgleich. Umso wichtiger, dass du ihn dabei unterstützt, indem du ihn regelmäßig durch Stabilisationsübungen stärkst. Folgende Situationen werden sich dann zukünftig noch leichter für dich anfühlen:
Mit Stabilitätsübungen trainierst du vor allem deine Körpermitte, die in der Fachsprache oft auch als Core bezeichnet wird. In diesem Zentrum laufen zahlreiche Muskeln zusammen, die sogenannten Rumpfmuskeln, die im Zusammenspiel für deine Stabilität sorgen. Die Rumpfmuskeln bestehen aus:
Diese Muskeln beziehungsweise Muskelgruppen sind dafür verantwortlich, deine Wirbelsäule aufrecht zu halten, deinen Oberkörper zu beugen und wieder zu strecken sowie ihn zu drehen. Diese drei Aspekte haben wir bereits bei den verschiedenen Körperebenen (Sagittalebene, Frontalebene und Transversalebene) angesprochen. Darüber hinaus können starke Muskeln in diesem Bereich aber auch Wirbel entlasten und damit Rückenschmerzen lindern oder diesen sogar vorbeugen. Mehr noch: Läufer, die ihr Training regelmäßig durch Stabilisationsübungen ergänzen, federn ihre Schritte besser ab und schonen damit sowohl ihre Wirbelsäule als auch ihre Gelenke und Sehnen. Weniger Verletzungen sind das erfreuliche Ergebnis. Und wer sich mehr Kraft aus einer starken Körpermitte abrufen kann, der kann diese effektiv an Arme und Beine weitergeben. Und damit wären wir auch direkt schon beim nächsten Thema:
Darauf gibt es von unserer Seite eine klare Antwort: Jeder sollte Stabilisationsübungen machen! Und wir erklären auch gerne, warum das so ist. Als Sportmuffel förderst du durch das Stabilitätstraining sowohl deine neuromuskuläre als auch deine intermuskuläre Koordination. Das bedeutet, du verbesserst mit Stabilisationsübungen die Zusammenarbeit deines Gehirns mit deinen Muskeln und die Zusammenarbeit verschiedener Muskeln beziehungsweise Muskelgruppen. Insgesamt bringst du damit deine Feinmotorik und deine Koordination auf ein höheres Level, was dir in Alltag und Beruf auf jeden Fall zugute kommt. Mehr noch: Stabilisationsübungen helfen dir dabei, bis ins hohe Alter fit und agil zu bleiben - wer will das nicht?
Als Sportler profitierst du ebenfalls vom Stabilitätstraining, denn die Übungen zur Körperspannung wirken einem zu einseitigen Training der jeweiligen Sportart entgegen. Darin liegt nämlich oft die Ursache für die Schmerzen, die viele Sportler während ihrer sportlichen Laufbahn ansammeln. Bei Joggern sind die Knie meist die Schwachstelle, bei Tennisspielern Arm oder Schulter und bei Radfahrern vielleicht der Rücken. Diese werden bei der jeweiligen Sportart besonders intensiv belastet - hier muss ein Ausgleich her. Durch Stabilisationsübungen stärkst du deinen Rumpf sowie deine Körperspannung, entlastest so diese Bereiche effektiv und steigerst dadurch deine Leistungsfähigkeit. Zudem beugst du mit Stabilisationsübungen aktiv Verletzungen vor. Dadurch, dass deine Tiefenmuskulatur gekräftigt ist, kannst die Bewegungsabläufe deiner Sportart fließender und auch effizienter ablaufen lassen sowie schneller auf Dysbalancen reagieren.

So, jetzt geht es ans Eingemachte, nämlich an die Stabilisationsübungen. Nach der Theorie kommt hiermit die Praxis. Aber kurz noch ein genereller Hinweis, damit du die Stabiübungen später auch korrekt ausführst: Das Stabilisationstraining besteht zum größten Teil aus isometrische Übungen, also Übungen mit minimaler Bewegung. Du verbleibst bei diesen Stabilisationsübungen also die meiste Zeit in einer statischen Position und musst diese - wackelfrei - halten, was dir ein hohes Maß an Konzentration und Körperspannung abverlangen wird. Bist du bereit? Dann lass uns loslegen!
Beim Training der Rumpfmuskulatur kommen wir nun wieder auf die drei Ebenen zurück, die wir zuvor bereits kennengelernt haben. Für jede Ebene gibt es die passenden Stabilisationsübungen, so dass du hier sogar einen Fokus für dich setzen kannst. Merkst du beispielsweise, dass du vor allem bei der Rotation Probleme hast, dann solltest du deine Transversalebene im Blick behalten. Fällt dir die horizontale Stabilisation schwer, also die Arbeit aus deinem Becken heraus, dann ist für dich ein Training der Sagittalebene wichtig. Beginnen solltest du aber in jedem Fall mit einem ganzheitlichen Stabilisationstraining aller drei Ebenen, zum Beispiel:
Mit Stabilisationsübungen für die Sagittalebene stärkst du dein Becken und verbesserst somit alle Bewegungsabläufe, die aus dem Becken gesteuert werden - nach vorne und hinten oder nach oben und unten. Der Fokus liegt hierbei darauf, das Becken neutral zu stellen und dadurch deinen Körper in der Horizontale zu stabilisieren. Eine gute Stabilisationsübung hierfür ist der Dead Bug, der tote Käfer. Klingt nicht so toll, ist aber extrem effektiv. So geht's:
Du legst dich auf den Rücken und streckst die Arme und Beine nach oben aus. Die Arme lässt du gerade gestreckt, bei den Beinen beugst du die Knie über der Hüfte im 90 Grad-Winkel (Table Top). Flexe nun deine Füße und drücke dein Becken am unteren Rücken fest in den Boden, beziehungsweise in die Matte. Merkst du schon deine Bauchmuskeln? Gut. Atme jetzt tief ein, strecke langsam einen Arm schräg über (also hinter) den Kopf und das gegenüberliegende Bein schräg nach vorne aus. Achte dabei darauf, dass dein Becken in Position bleibt und nicht wackelt. Atme langsam aus, nimm kontrolliert wieder deine Ausgangsposition ein und wechsle dann die Seite. Für den Anfang reichen hier fünf Wiederholungen pro Seite aus.

Mehr Rumpfstabilität auf der Frontalebene ist sowohl im Alltag als auch beim Sport extrem wichtig. Oft tragen wir Gewichte auf nur einer Seite. Schwere Einkaufstaschen sind hier der Klassiker, aber natürlich auch - Achtung an alle Mamas! - die lieben Kinderlein. In solchen Situationen muss dein Körper meist über längere Zeit einer Seitenneigung widerstehen, da ist ordentlich Kraft und Stabilität gefragt. Diese trainierst du beispielsweise mit dem Seitenstütz, der übrigens auch für alle Sportarten mit vielen Seiten-Ausweichbewegungen optimal ist, zum Beispiel Fußball. Und so geht's:
Lege dich in Seitenlage gerade auf deine Matte und positioniere den Arm, der auf dem Boden liegt, in Blickrichtung nach vorne. Der Ellenbogen sollte dabei unter der Schulter liegen, der Unterarm bleibt während der kompletten Übung immer auf der Matte. Die Beine liegen ausgestreckt übereinander, so dass sich die Knie berühren. Atme nun ein und richte dann deinen Körper in einer geraden Linie von den Füßen bis zur Schulter auf, so dass du ein rechtwinkliges Dreieck bildest. Klingt kompliziert, aber sicher hast du diese Stabilisationsübung schon einmal gesehen oder gar selbst gemacht. Atme aus und halte die Position etwa 15 bis 20 Sekunden und mache pro Seite drei Durchgänge.
Bei vielen Sportarten und auch im Alltag wirken Zug- oder Druckkräfte auf eine Seite deines Körpers ein. Dann heißt es: Stabil bleiben und der Rotation entgegenwirken, beziehungsweise sie kontrolliert ausführen, um Verletzungen zu vermeiden. Das Schneeschippen ist hier ein gutes Beispiel, aber auch das Hinein- oder Herausheben deines Kindes in den Autositz. Hier haben viele einen Schwachpunkt, der aber mit den passenden Stabilisationsübungen zur Rotation beziehungsweise Antirotation gut trainiert werden kann. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Runde Krabbeln, im Fachjargon auch Crawling genannt?
Das Krabbeln startest du im Vierfüßerstand mit den Händen unter den Schultern und den Knien unter der Hüfte. Deine Wirbelsäule ist schön gerade und parallel zum Boden. Hebe jetzt die Knie an und berühre ab sofort nicht mehr den Boden mit ihnen. Spanne deine Rumpfmuskulatur an, damit deine Wirbelsäule bei den folgenden Bewegungen nicht unkontrolliert wackelt. Bewege dich jetzt im Kreuzgang mit kleinen Schritten vorwärts, also linker Arm und rechtes Bein nach vorne, dann rechter Arm und linkes Bein. Klingt erstmal einfach, aber achte bitte gut darauf, nicht mit der Wirbelsäule zu wackeln. Hältst du diese Stabilisationsübung eine Minute durch?
Häufig betreffen Sportverletzungen das Knie oder auch die Sprunggelenke. Diese Bereiche sind besonders sensibel, wenn sie nicht richtig stabilisiert werden können. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, mit speziellen Stabilitätsübungen Knie und Sprunggelenke zu festigen. Als Knie Stabi Übungen eignen sich vor allem wackelige Übungen, bei denen du die Bewegungen ausgleichen muss. Nutze beispielsweise ein Balance Board, um in diesem Bereich schnell Fortschritte zu erzielen. Auf einem Balance Board musst du nämlich bei nahezu jeder Übung dem Wackeln widerstehen. Der Vorteil von Stabilisationsübungen auf dem Balance Board: Diese eignen sich zusätzlich auch als Kräftigungsübungen für deine Beine - two in one sozusagen. Und wenn du schon dabei bist: Viele weitere Stabilisationsübungen lassen sich ebenso auf das Balance Board übertragen.
Der Turbo-Booster für alle Stabiübungen ist natürlich das Balance Board. Verlagerst du deine Stabilisationsübungen auf diesen wackeligen Untergrund, intensivierst du dein Training gleich um mindestens ein Level. Unser Tipp: Steige erst einmal ohne Balance Board in das Stabilisationstraining ein und überlege dir während des Workouts, welche Stabilisationsübungen auch auf dem Board denkbar wären. Um es dir etwas leichter zu machen, zeigen wir dir drei Basic-Stabilisationsübungen für das Balance Board... der Rest ist deiner Fantasie überlassen.
Du möchtest noch mehr Stabilisationsübungen auf dem Balance Board machen? Verstehen wir sehr gut - es macht einfach so viel Spaß! Schau doch einfach mal bei unserem Beginner Guide und in unserer wahu Community vorbei. Dort findest du Inspiration ohne Ende sowie jede Menge Gleichgesinnte, mit denen du dich über Tricks, Jumps, Flips und Stabilisationsübungen austauschen kannst.
Zum Schluss haben wir noch einmal knallhart alle positiven Aspekte von Stabiübungen für dich aufgelistet. Hier siehst du auf einen Blick, wie viel Gutes du dir mit ausreichend Stabilisationsübungen tust. Wir sind uns sicher: Wenn du das Stabitraining in deine Routine integrierst, als Einzeltraining oder in dein "normales" Workout eingebunden, wirst du schon bald eine Verbesserung in folgenden Bereichen feststellen:
Also leg los und starte mit deinen Übungen für Körperspannung, Rumpfmuskulatur und Stabilität. Als Ergänzung zu einer Sportart empfehlen wir dir ein bis zwei Einheiten pro Woche. So hat dein Körper noch ausreichend Zeit, sich zu regenerieren. Möchtest du mit den Stabiübungen starten, um deine Haltung im Alltag zu verbessern, also ohne zusätzlichen Sport-Trainingsplan, dann kannst du ruhig zwei bis drei Stabitrainings-Einheiten pro Woche einplanen. Unser Tipp: Gestalte dein Stabilisationstraining nicht zu umfangreich. Starte zum Beispiel mit 15 Minuten Stabilisationsübungen pro Einheit und steigere mit der Zeit ganz langsam die Dauer und damit auch die Intensität. Wir wünschen dir viel Spaß dabei!